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COPD: Atmung, Energie und ein bedeutsames Leben

Veröffentlicht: 2024-10-04 · 6 Min. Lesezeit
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Kurz gefasst

Bei COPD entsteht ein Teufelskreis: Atemnot führt zu Vermeidung, Vermeidung führt zu Dekonditionierung, Dekonditionierung führt zu mehr Atemnot. Die Ergotherapie kann diesen Kreislauf durchbrechen — durch Energiemanagement, Atemtechniken im Alltag und kluge Aktivitätswahl.

Atemnot bei jeder Anstrengung
Aktivität, Belastbarkeit, Teilhabe
Aktivierung mit dosierter Belastung
1

Der Atemnot-Vermeidungskreislauf

Die Klient:in lernt schnell, was Atemnot auslöst — und meidet diese Situationen. Verständlich, aber kontraproduktiv. Mit jeder Vermeidung schrumpft die Belastbarkeit, mit jeder Schrumpfung kommt die Atemnot früher. Aufgabe der Therapie: bedeutungsvolle Aktivität wieder zugänglich machen, ohne die Atemnot zum Feind zu erklären.

Wichtig: Atemnot ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Diese Edukation ist oft die wichtigste Intervention der ersten Sitzung.

2

Atemtechniken im Alltag

Lippenbremse, Pausenatmung, „pufzen" beim Stiegensteigen — diese Techniken sind nicht für die Behandlungsstunde, sondern für den Wäschekorb. Lernen heißt hier: in der Aktivität, in der echten Umgebung. Eine Praxisstunde ohne Übertragung in den Alltag bringt wenig.

3

Energiemanagement — gezielt

Wofür spart die Klient:in ihre Energie? Das ist die zentrale Behandlungsfrage.

Pflichten (Hausarbeit, Pflege) verbrauchen oft die ganze Tagesenergie — und für das, was Bedeutung hat (Enkel, Hobby, Gespräch), bleibt nichts übrig. Hier liegt der ergotherapeutische Hebel: priorisieren, automatisieren, weglassen, übergeben. Welche Anpassung gibt der Klient:in eine Stunde Bedeutsames pro Tag zurück?

Praxispunkte