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Die COPM: Hilfsfrage in 30 Minuten klar bekommen

Veröffentlicht: 2025-01-12 · 6 Min. Lesezeit
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Kurz gefasst

Das Canadian Occupational Performance Measure (COPM) ist mehr als ein Bewertungsbogen. Richtig eingesetzt führt es in 30 Minuten zu einem priorisierten, klient:innenzentrierten Behandlungsplan — und zu einer messbaren Effektgröße am Ende.

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Was das COPM eigentlich ist

Das COPM ist ein semi-strukturiertes Interview, in dem die Klient:in die für sie wichtigen Aktivitäten in drei Lebensbereichen identifiziert: Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Anschließend werden bis zu fünf priorisierte Probleme nach Performance und Zufriedenheit auf einer 1–10-Skala bewertet.

Stärke: Die Klient:in selbst bestimmt, woran gearbeitet wird. Das schärft den Behandlungsfokus und stärkt das Engagement.

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Schritt für Schritt

1. Erkunden

Frage in den drei Bereichen: was machst du an einem typischen Tag? Was läuft, was nicht?

2. Identifizieren

Probleme listen lassen. Wichtig: keine Filterung deinerseits, alles zählt.

3. Wichtigkeit bewerten

Jedes Problem auf 1–10 nach Wichtigkeit.

4. Priorisieren

Maximal fünf wichtigste Probleme — daran wird gearbeitet.

5. Performance & Zufriedenheit

Diese fünf werden separat auf 1–10 bewertet.

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Wo das COPM in der Praxis stockt

Das COPM steht und fällt mit der Tiefe deiner Fragen.

Oberflächlich angewendet liefert das COPM oberflächliche Antworten („alles geht so", „6, glaube ich"). Investiere Zeit in die Erkundung. Konkrete Beispiele helfen mehr als allgemeine Skalen. „Erzähle mir den Morgen von gestern" öffnet mehr als „wie ist Ihre Selbstversorgung?".

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Wirkungsmessung am Ende

Nach der Behandlungsperiode dieselben fünf Probleme erneut bewerten. Eine Veränderung von 2 oder mehr auf der Performance- oder Zufriedenheitsskala gilt als klinisch relevant. Du hast damit ein klar dokumentiertes Wirkungsmaß — wertvoll im Bericht und im Multidisziplinärteam.

Praxispunkte