← Zurück zur Wissensbank

Ergotherapie bei der Parkinson-Krankheit

Veröffentlicht: 2024-07-04 · 7 Min. Lesezeit
!
Kurz gefasst

Bei Morbus Parkinson zählt für den Alltag oft nicht der Tremor, sondern die Bradykinesie und die kognitiven Veränderungen. Mit gezielten Bewegungsstrategien — Cueing, Aufgabenzergliederung, Tagesstruktur — kann die Ergotherapie viele Jahre wertvolle Selbstständigkeit erhalten.

1

Mehr als Zittern

Im öffentlichen Bewusstsein steht Parkinson für den Tremor. In der Praxis behindern jedoch Bradykinesie (Verlangsamung), Rigidität, Gleichgewichtsstörungen und nicht-motorische Symptome (Schlaf, Stimmung, Kognition) oft viel stärker. Eine gute ergotherapeutische Bestandsaufnahme spannt diesen ganzen Bogen.

Hinweis: Tagesschwankungen sind normal. Eine Beobachtung um 11 Uhr ist nicht repräsentativ für 16 Uhr. Plane Beobachtungsmomente in unterschiedlichen Phasen ein.

2

Bewegungsstrategien (Cueing)

Eines der mächtigsten Werkzeuge bei Parkinson: das Umgehen automatisierter Bewegungsabläufe durch bewusste Hinweise. Dabei geht es nicht um Tricks, sondern um die Nutzung neuronaler Reservebahnen.

3

Eine Tätigkeit nach der anderen

Doppelaufgaben sind das stille Hindernis. Reduziere sie, bevor du Strategien einübst.

Klient:innen mit Parkinson haben Schwierigkeiten, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. „Reden während Gehens" wird mühselig. Praktische Konsequenz: Aufgaben sequenziell organisieren statt parallel. Vor dem Aufstehen: Gespräch beenden. Vor dem Essen: Fernseher aus. Solche kleinen Eingriffe machen oft mehr Unterschied als jede Übung.

4

Der Tagesrhythmus zählt

Medikamentenwirkung, Schlafqualität und Aktivitätsplanung greifen ineinander. Eine ergotherapeutische Aufgabe ist es, die wichtigsten Aktivitäten in die On-Phasen zu legen — nicht umgekehrt. Das verlangt das Gespräch mit der Klient:in und idealerweise mit der behandelnden Neurolog:in.

Praxispunkte