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Post-COVID: funktioneller Aufbau ohne Erschöpfung

Veröffentlicht: 2024-10-28 · 7 Min. Lesezeit
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Kurz gefasst

Post-COVID-Klient:innen brauchen keinen klassischen Aufbauplan. Wer hier zu schnell trainiert, riskiert Post-Exertional Malaise (PEM). Pacing, Energiemanagement und kleine, gut dosierte Schritte sind das Fundament — alles andere darauf.

10–20%
Anteil mit anhaltenden Beschwerden nach Infektion
PEM
Verschlechterung nach Anstrengung — Leitsymptom
Burnout oder allgemeine Dekonditionierung
1

Was Long COVID uns gelehrt hat

Vor 2020 war PEM hauptsächlich aus dem ME/CFS-Kontext bekannt. Die COVID-Pandemie hat dieses Phänomen plötzlich in einer breiten Klient:innengruppe sichtbar gemacht. Wichtig: PEM ist kein Hinweis auf Schwäche oder mangelnden Willen — es ist ein physiologisches Phänomen, das einen anderen Behandlungsansatz erfordert.

Achtung: Klassisches Graded Exercise Therapy (GET) ist bei PEM kontraindiziert. Wer „durch die Erschöpfung trainiert", produziert Rückschläge. Identifiziere PEM frühzeitig.

2

Pacing in der Praxis

Pacing ist mehr als „weniger machen". Es geht darum, unter dem persönlichen Energieplafond zu bleiben — Tag für Tag. Das verlangt eine genaue Inventur:

3

Vom Stabilisieren zum Aufbauen

Erst Stabilität für mehrere Wochen, dann erst kleine Schritte nach oben.

Wenn — und nur wenn — die Klient:in mehrere Wochen ohne Crashes durchsteht, kann vorsichtig erweitert werden. Das geschieht nicht über Trainingsplan-Mathematik, sondern über bedeutungsvolle Aktivität: ein Spaziergang um den Block, fünfzehn Minuten mehr Konzentration, ein soziales Treffen.

Konkrete Praxispunkte